Zitate:

„Wir machen euch Angst, weil wir nicht in eure Schemata passen,

weil das, was uns antreibt, nicht Macht oder Geld sind, sondern die

Liebe zum Leben selbst, der wilde Drang nach Freiheit und die Wut

auf jene, die uns das alles nehmen wollen.“
(WINTER)

Leidenschaft tut weh.

Schmerz tut weh, aber er tötet nicht.
Ohne Schmerz durchs Leben zu kommen
bedeutet nicht gelebt zu haben.
Eva Illouz

"An manchen Abenden...
entronnen den Schrecken der Ökonomie...
erschauert er, sieht er die Horden
der wilden Jagd vorüberziehen..."
(Arthur Rimbaud)

Mich interessiert das Leben, die Welt.

Wie baut man ein Leben auf in einer Welt,

in der sich die Menschen abmühen,

sich zu zerstören?

Wie geht man seinen Weg in diesem Chaos?

Antoine DÁgata

Wenn du dein Haus verlässt, änderst du dann nicht oft
den Weg ohne darüber nachzudenken? Hörst du deshalb
auf du selbst zu sein? Und gelangst du nicht dennoch ans
Ziel? Und selbst wenn nicht, spielt es eine Rolle?
Pablo Picasso

Das Schöne wirbt nicht für sich. Es verführt weder zum Genuss noch zum Besitz. Vielmehr lädt es zum kontemplativen Verweilen ein. Es lässt sowohl die Begierde als auch das Interesse verschwinden. So verträgt sich die Kunst nicht mit dem Kapitalismus, der alles der Konsumtion und Spekulation unterwirft. (Byung-Chul Han)

 Die Aufgabe der KUNST besteht darin, den Zauber etwa des Glau-
bens an "WACHSTUM", Oder des Glaubens an die ARBEIT:
...in Frage zu stellen.
"Es ist nicht notwendig, daß der Mensch im Schweiße seines Angesichts sein Brot erntet",
sagt Thoreau.
Sondern notwendig ist, daß er sein Leben als Poet, als Künstler lebt.

Im Kunstwerk geht es um diese sich wiederholende, flüchtige und überquellende Energie alles Vorübergehenden, es ist die Magie des Lebens, das flüchtige und gewaltige Wunder des Lebens, das der Künstler festhalten will. Das Dahinschwinden - das Kommen und Gehen der Dinge -, das überraschende Zögern des Lebens läßt die Furcht vor dem Verlust und den Willen aufkommen, dem Werk Dauerhaftigkeit zu verleihen. Jeder der festgehaltenen Momente kann uns einen Aspekt von dem Lauf eröffnen, der das Leben ist.

"Ich glaube, es ist die Rolle des Künstlers,
sich an den sozialen Kämpfen seiner/ ihrer Zeit zu beteiligen,
alle Fragen rund um die Menschheit
und was ihn/sie sonst noch umgibt
auf ehrliche und mutige Art zu porträtieren
so, dass Fehler sich nicht wiederholen,
und vor allem, dass die Leinwände durch die Zeit hinweg
jene Lehren und Wahrheiten festhalten,
die niemals vergessen werden (sollten).
Das ist es, woran ich glaube."
Joao Evangelista Souza , Curitiba, Brazil
Plastic Artist | Maler | Artista Plástico

"Was Du bekommst hängt davon ab,

was du bereit bist wahrzunehmen".

Nichts ist schwerer hervorzubringen

als Kunst über das Jetzt,  da dieser

chaotische Moment
immer in Bewegung ist und man sich

nicht von ihm lösen kann: Man geht

mit ihm mit, man formt
ihn und wird von ihm geformt.

Der Versuch in der Kunst das Jetzt

festzuhalten, ist riskant.
Auch der Konsumismus hat eine

andere Inkarnation gefunden:

Wir sind nicht mehr nur Konsumenten,
sondern auch das Konsumierte.
Der Maßstab zeitgenössischer Kunst ist,

welchen Widerhall sie jetzt findet.

Das Gewebe der eigenen
Zeit zu durchstoßen, die Art und Weise,

wie Menschen sehen und fühlen,

auch nur für einen Moment
zu verändern ist schon eine Leistung.

Kunst bombadiert uns mit dem Staub des Lebens.
Sie zeigt uns die vielen Schichten dieses Staubs,
unter dem so viele Seelen ersticken.
Sie macht, daß wir uns schmutzig

und mit schuldig fühlen,
aber auch verwundert und dankbar sind

- denn ohne Staub
würden wir den Sonnenstrahl nicht sehen,
der sich seinen Weg durch die Luft bahnt,
Sonnenuntergänge wären weniger schön,
der Himmel erstrahlte in einem anderen Blau.
Partikel dieses Staubs dringen tief in uns ein.
Sie liegen in Herz und Verstand und kribbeln,

prickeln, beunruhigen.
Sie sind eine notwendige Mahnung:
Es bedarf keiner Fackel, um die Wahrheit zu erhellen,
es muß nicht brennen, damit wir handeln.

Das innere Leben der Formen und Bilder

ist jedem analysierbaren
Begriff von Intentionalität fremd.

Teilweise kontrolliert der Künstler
dieses Leben, aber es treiben eher Ohnmacht

und Schwäche als
Intention den Künstler an,

der erst weiß, was er tun will, wenn er
dabei ist, es zu tun.
"We do not know where you are going to end.
It´s a journey without a aim."

Wir können nicht ändern, was sein wird,

ohne zu beschreiben, was ist. Mit anderen Worten:
Wir erbauen die Zukunft,

indem wir uns unsere Gegenwart vergegenwärtigen.
"PRIYA BASIL"

Liebe? - "...ob nicht alles Oberfläche ist, was wir vor uns haben
und wahrnehmen und auslegen und deuten."
Und was wir Geist und Seele und Liebe nennen, "ist das
nicht alles nur eine Veränderung auf der kleinen Ober-
fläche eines nahen Gesichts?"
RAINER MARIA RILKE

Als die Tyrannei der Arbeit von der Tyrannei des Geldes aufgesogen wurde,
hat sich eine in klingende Münze umsetzbare große Leere der Hirne und Leiber bemächtigt.
Überall hat sich der mächtige Hauch des Todes verbreitet. Der Fluch hat sogar die Energie
der Verzweiflung zerstört.
Dabei graut es dem Leben und dem Körper vor Inhaltslosigkeit, Stillstand, Zwang und Widersinn.
Es kommt ein Moment, in dem das Feuer aus der Asche aufflackert, die es erstickte.
Obwohl Generation auf Generation am Rande der belebendsten Quelle verdurstet ist, wie es
die Tradition befiehlt, hat es immer nur ein paar wenige gebraucht, die davon tranken und
darin herumtollten, und die Oasen wurden wieder grün.(RAOUL VANEIGEM)

Eigentlich bräuchten wir Freude an Stelle der kleinen Befriedigungen; die das "Glück" gewährt; nicht nur suchen wir Persönlichkeit an Stelle von egoistischer Individualität; Spiel anstatt monotoner Arbeit; gegenseitige Hilfe anstatt Konkurrenz; Schönheit und nicht Strenge; wir suchen auch eine neue Einheit mit Natur, die Abschaffung von Hierarchie und Herrschaft, die Fülle der Spontanität und den Reichtum des Unterschieds. Murray Bookchin.

Ich möchte - zusammen mit allen anderen - wissen können, was in
der Gesellschaft vorgeht, ich möchte den Umfang und die Qualität
der verbreiteten Information überprüfen können. Ich möchte an
allen gesellschaftlichen Entscheidungen unmittelbar teilnehmen
können, soweit sie meine Existenz und den allgemeinen Lauf der
Welt, in der ich lebe, betreffen. Ich akzeptiere nicht, daß Tag für
Tag über mein Schicksal Leute entscheiden, deren Absichten mir
feindlich oder ganz einfach unbekannt sind; Leute, für die wir - ich
und alle anderen - bloße Ziffern in einem Plan oder Spielfiguren
auf einem Schachbrett sind. Und ich bin nicht willens, im Zwei-
felsfall mein Leben und meinen Tod Leuten in die Hand zu geben,
von denen ich weiß, daß sie blind sein müssen.
Cornelius Castoriadis

Seit jeher behaupte ich, daß es die Kunst nicht gibt, sondern nur die Künstler,
die übrigens keine Kunst machen, sondern etwas tun, daß ihnen Vergnügen
bereitet, die gar nicht anders können, selbst wenn es für manche ein schmerz-
hafter Prozeß ist: glückliche Masochisten.
JEAN LOUP SIEFF

"Das Einzige, was sich lohnt aufzurichten, ist die mensch-
liche Seele. Ich meine jetzt >Seele< im umfassenden Sinn.
Ich meine nicht nur das Gefühlsmäßige, sondern auch die
Erkenntniskräfte, die Fähigkeit des Denkens, der Intui-
tion, der Inspiration, das Ichbewusstsein, die Willenskraft.
Das sind ja alles Dinge, die sehr stark geschädigt sind in
unserer Zeit. Die müssen gerettet werden. Dann ist alles
andere sowieso gerettet."
                                                              Joseph Beuys

"Wirklichkeit ist keine starre Realität.
sie ist voller Möglichkeiten - und sie ist in uns.
Sie kann von uns geändert werden und
neu gestaltet werden."
Hans Peter Dürr

"Es genügt nicht das Bestehende darzustellen,
notwendig ist an das Erwünschte und an das
Mögliche zu denken." (MAXIM GORKI)

"Was man nicht aufgibt, hat man nie verloren."
(Schiller)

"In der Kunst wie im Leben ist
alles möglich, wenn es auf Liebe
gegründet ist."
Marc Chagall

Kunst ist auch eine Form von Askese.
Ein Muster schält sich heraus, Dies ist Kunst, die vom Betrachter fordert mit ihr zu arbeiten.
Je mehr Aufmerksamkeit man ihr schenkt, um so mehr bekommt man zurück.
Wie im Leben, so ist es auch hier möglich, flüchtig die Oberfläche des Spektakels zu mustern,
statt das, was einem begegnet, ganz in sich aufzunehmen, und so das wirkliche Schauspiel,
das bei tieferem Engagement entsteht, zu verpassen.
Dieses Schauspiel spielt sich im Theater des Geistes ab, der privaten Reaktion auf das,
was zu sehen ist. Es ist eine stille Performance von einem und für einen selbst - das Gegen-
gift gegen den Kapitalismus, wenn es je eines gegeben hat. Stephen Nachmanovitch

Wir Engel des Augenblicks, gerüstet mit der glorreichen, unver-
wundbaren Natur des Jetzt und Hier, wir haben uns bereits erhoben.
Auf den Trümmern der kapitalistischen Gesellschaft sind wir bereits
die Sieger. Wir müssen nur nach der Beute greifen. Also warum dann
auf die organisierte Revolution warten? Geht raus und macht eure
eigene. Erobert euren Raum zurück, erobert euer Leben zurück. Wartet
nicht auf Gründe, eure bloße Existenz ist Grund genug. Vernunft an-
nulliert Aktionen, annulliert Gedanken, annuliert die Person, die du
wirklich bist. Die Kunst des Lebens gehört uns, die Galerien können
haben, was uns dann später dazu einfällt.
Es gibt keine Autorität außer dir selbst.
Penny Rimbaud

Die Götter hatten Sisyphos dazu verurteilt,

einen Felsbrocken unablässig den Berg

hinaufzuwälzen, von dessen Gipfel der Stein

kraft seines eigenen Gewichts wieder hinunter-

rollte. Sie meinten nicht ganz ohne Grund,

es gäbe keine grausamere Strafe,

als unnütze und aussichtslose Arbeit.

Der Eroberer oder der Schauspieler, der Künstler

oder Don Juan können vergessen, dass ihre Lebens-

übung nicht möglich ist ohne das Bewußtsein ihrer

Sinnlosigkeit.

Man gewöhnt sich so rasch. Man will Geld verdienen,

um glücklich zu leben, und die ganze Anstrengung,

die beste Kraft eines Lebens konzentriert sich auf

den Erwerb des Geldes.

Das Glück wird vergessen, das Mittel wird Selbstzweck.

 Das Geld.

Nur eine Art geistiger Snobismus verleitet uns zum

Glauben, man könne ohne Geld glücklich sein.

Um glücklich zu sein, braucht es Zeit, viel Zeit.

Auch das Glück ist ein langes Sich-Gedulden.

Die Zeit jedoch wird uns von der Notwendigkeit

des Geldverdienens gestohlen.

Die Zeit ist käuflich. Alles ist käuflich.

Reich sein heißt Zeit haben zum Glücklichsein,

wenn man dessen würdig ist.



Kunst ist  diejenige Distanz, die die Zeit dem Leiden verleihe.

- Kunst und Künstler erschaffen die Welt neu;

doch immer mit dem Hintergedanken des Protests. (Albert Camus)

Spiele das Spiel. Gefährde die Arbeit noch mehr. Such die Gegenüberstellung. Aber sei absichtslos. Vermeide die Hintergedanken. Verschweige nichts. Sei weich und stark. Sei schlau, lass dich ein und verachte den Sieg. Beobachte nicht, prüfe nicht, sondern bleib geistesgegenwärtig bereit für die Zeichen. Sei erschütterbar. Zeig deine Augen, winke die anderen in die Tiefe. Sorge für den Raum und betrachte jeden in seinem Bild. Entscheide nur begeistert. Scheitere ruhig. Vor allem hab Zeit und nehme Umwege. Lass dich ablenken, mach sozusagen Urlaub. Übersehe keinen Baum und kein Wasser. Kehr ein, wo du Lust hast und gönn dir die Sonne. Vergiss die Angehörigen, bestärke die Unbekannten, bücke dich nach Nebensachen, kehre ein in die Menschenleere, pfeif auf das Schicksalsdrama, missachte das Unglück, zerlach den Konflikt. Bewege dich in deinen Eigenfarben, bis du im Recht bist und das Rauschen der Blätter süss wird. Geh über die Dörfer. Ich komme dir nach. Bewege dich in deinen Eigenfarben, bis du im Recht bist und das Rauschen der Blätter süss wird.

(Peter Handke)

Endlich war ich im Traum wieder der Pilger:

d.h. alles war bezeichnet mit schmerzhaft-

ernüchtender Vergeblichkeit. Und am Morgen

beim Aufwachen wollte ich, daß dieser Winter

ewig dauere.
PETER HANDKE