"Freelance - Photographer".

Gerold Flock

Der Fotograf wählt das Ereignis, das er aufnimmt. Diese Wahl könnte man sich als kulturelle Gestaltung denken. Der Raum für diese Gestaltung wird gewissermaßen durch das geschaffen, was er nicht fotografiert. Die Gestaltung ist seine Lesart des Ereignisses, daß er vor Augen hat. Diese oft intuitive und sehr rasche visuelle Aufnahme entscheidet darüber, welchen Augenblick er dann zum Fotografieren auswählt.

Gleichermaßen ist das fotografierte Abbild des Ereignisses, wenn es als Fotografie vorliegt, Teil einer kulturellen Gestaltung. Es gehört zu einer spezifischen sozialen Situation, zu dem Leben des Fotografen, zu einem Argument, einem Experiment, einer Art, die Welt zu erklären, einem Buch einer Zeitung, einer Ausstellung. JOHN BERGER