"Freelance - Photographer".

Gerold Flock

Konsum ist in wohlhabenden Ländern und Kreisen
das wichtigste Stimulans von Glück.
Weil zentrale Versprechen wie Freiheit, Selbst-
bestimmung und Authentizität letztlich unerfüllt
bleiben, herrscht ein kaum zu stillendes Bedürf-
nis nach materieller Entschädigung.
Gerade der Konsum von Kleidung ist ein kulturelles
Phänomen ersten Ranges. Wir sind was wir tragen -
deswegen quellen die Kleiderschränke der Nation über.
Zwar hat der Kapitalismus den industriellen und
technologischen Fortschritt und damit die Mög-
lichkeiten eines Lebens frei von Not und Not-
wendigkeit vorangetrieben, aber dieser Vorzug
verkehrt sich heute in sein Gegenteil.
Inzwischen sorgt die Vorgabe zur Erwirtschaftung
von Rendite dafür, dass  Naturnutzung in Natur-
zerstörung umschlägt, Wohlstand in soziale Ver-
unsicherung, Freiheit in Vogelfreiheit, Gleich-
heit in Ausschluss.
Ilija Trojanow

Theodor W. Adorno stellte sich die Frage, weshalb sich die

Menschen

 nicht von den Zwängen des Kapitalismus befreien.

 Er kommt zu dem Schluss, dass die Menschen zu sehr damit 

 beschäftigt sind, vorhandene Strukturen und Prozesse

 aufrecht zu erhalten, als dass sie revolutionäre Gedanken 

 hegen könnten. 

 Die Massenmedien - allen voran der Rundfunk und die

Werbung -

 würden einen umfassenden Verblendungszusammenhang 

 schaffen, aufgrund dessen sich kein Bewusstsein mehr für das 

 entwickeln könne, was falsch läuft.

 Die Menschen seien folglich der Ansicht, dass ihre Gesellschaft

 so sein soll, wie sie ist und dass es keine anderen Möglichkeiten

 gibt.

"In unserer Gesellschaft scheint es eine allge-

meine Regel

zu geben, dass man um so schlechter bezahlt wird,

je offensichtlicher die eigene Arbeit anderen Men-

schen nutzt."

David Graeber

Das digitale Panoptikum macht Gebrauch von

der freiwilligen Selbstenthüllung seiner Insassen.

Selbstausbeutung und Selbstausleuchtung folgen

derselben Logik. Jedes mal wird die Freiheit ausgebeutet.

Dem digitalen Panoptikum fehlt jener Big Brother,

der uns Informationen gegen unseren Willen entreißt.

Vielmehr enthüllen wir uns, ja entblößen wir uns aus

freien Stücken.
Byung-Chul Han

Ihr Heuchler und Schwätzer,

Flüchtlinge zu quotieren heißt Menschen auszugrenzen.

Nichts, aber auch gar nichts, ändert das an den Ursachen

der Flucht! Aber darum geht es ja auch nicht. 

Die Verteidigung des eigenen Wohlstands, oftmals

basierend aus der Ausbeutung anderer Menschen,

ist oberste Prämisse.

Selber fressen macht fett! 

Mitmenschlichkeit und Barmherzigkeit gerne- aber bitte

doch in sozialverträglichen Maßen. Sozial und verträglich-

wohlgemerkt für deutsche/europäische StaatsbürgerInnen. 

Denn Menschenrechte, Freizügigkeit, Wahl des Wohnorts,

Gesundheitsfürsorge, sind immer noch Privilegien die von

der Staatsangehörigkeit abhängen. Wer nicht europäisch-

oder besser noch deutsch ist- hat keinen Anspruch auf diese

Vorrechte. Welch absurdes Ansinnen zu glauben,

diese Rechte stünden allen Menschen zu.

Das vielbeschworene Grundgesetz und die Menschenrechte

enden de facto an den Grenzen.

Die deutsche- und die Kultur des Abendlandes,

zu deren Verteidigung sich Pegida und AfD u.a. gezwungen sehen,

leider nicht. Denn deutsche Traditionen, Waffenexporte, Handel

mit Diktaturen, Ausbeutung, Kinderarbeit, Sextourismus haben

weiter Konjunktur.

Es wirklich ernst zu meinen mit der wohlfeilen Parole Fluchtursachen

bekämpfen zu wollen, hieße Menschenrechte ernst zu nehmen und als

unteilbar für alle Menschen zu betrachten. 

Alles andere ist Geschwätz, ist verlogene und egoistische Heuchelei.

Michael Wilk

"Wirklichkeit ist keine starre Realität.
sie ist voller Möglichkeiten - und sie ist in uns.
Sie kann von uns geändert werden und
neu gestaltet werden."
Hans Peter Dürr

Es ist ein System, daß die Menschen zur Einsamkeit,

zur Angst, zur Hoffnungslosigkeit und zu Beklem-

mungen verurteilt. Es zerstört die solidarischen Be-

ziehungen zwischen den Menschen. Es zwingt uns,

die anderen als Feinde zu betrachten. Es überzeugt uns,

daß das Leben eine Rennbahn ist, auf der es wenige Ge-

winner und viele Verlierer gibt. Es ist ein System,

das die Seele vergiftet. Eduardo Galeano

Leider sind viele von uns so verletzt,
dass wir lieber nichts mit anderen zu
tun haben und nicht mit ihnen teilen
wollen.
Wir verkriechen uns eher noch tiefer
in die Höhle der Getrenntheit und geben
uns der Illusionen von Unabhängigkeit hin -
so lange, bis sie zerbröselt. Wenn die
Krisen konvergieren und es immer mehr
Menschen so ergeht, wird das Verlangen
nach dem Wiedererstarken von Gemeinschaft

wachsen. Charles Eisenstein

Der strategische Feind ist der Faschismus...
der Faschismus in jedem von uns, in unseren
Köpfen und in unserem alltäglichen Verhalten,
der Faschismus veranlaßt uns Macht zu lieben,
genau das herbeizuwünschen, was uns beherrscht
und ausbeutet. Michel Foucault

Der neue Archivar kündigt an, daß er sich mit nichts anderem

beschäftigen will

als mit Aussagen. Frei beweglich wird er sich in einer Art von

Diagonalen einrichten,

die sichtbar macht, was bislang weder zu sehen noch zu hören war,

eben genau die Aussagen.
Im Bereich der Aussagen gibt es weder Mögliches noch Virituelles;

alles ist hier real, und jede Realität ist manifest: das allein zählt,

was formuliert worden ist, da, in dem und dem Moment,

mit bestimmten Lücken und weißen Stellen.
Gilles Deleuze über Michel Foucault